Prophylaxe

Ernährung

Zur Entstehung einer Karies braucht es drei Faktoren:

  1. Bakterieller Zahnbelag (Plaque) auf der Zahnoberfläche
  2. Zucker
  3. Zeit

Karies kann entstehen, wenn in der Plaque(bakterieller Zahnbelag) Zucker zu Säure abgebaut wird. Die Säure greift die Zahnoberfläche an

Ohne Zucker keine Karies

Die Vorbeugung (Prophylaxe) gegen Karies beginnt bei den Essgewohnheiten. Zahnkaries, laut Weltgesundheitsorganisation die häufigste Krankheit überhaupt, ist eine Folge falscher Essgewohnheiten. Der Genuss zuckerhaltiger Süssigkeiten sollte auf die Hauptmahlzeiten beschränkt werden. Eine gezuckerte Nachspeise mittags oder abends befriedigt meistens das Verlangen nach Süssigkeiten und bedeutet einen vergleichsweise kurzen Kontakt von Zucker und Zahnschmelz. Werden die Zähne anschliessend geputzt und der Zahnbelag (Plaque) entfernt, so bleibt der Zahnschmelz intakt.

Wenn schon, dann alle Süssigkeiten auf einmal, und anschliessend Zähne putzen: das lässt den Bakterien am wenigsten Zuckernahrung übrig.

 

Säuren greifen den Zahnschmelz an

Säuren aus Nahrung und Getränken können den Zahn direkt angreifen. Sie weichen den Zahnschmelz auf und lösen ihn von aussen auf (Erosion). Energy-Drinks und Softgetränke wie Cola oder Limonade enthalten viel Säure. Auch Nahrungsmittel wie Obst, Salatsaucen oder Fruchtsäfte (insbesondere Grapefruit-, Orangen- und Apfelsaft) sind sauer und können den Zähnen zusetzen.

Besteht eine Erosion oder eine erhöhtes Risiko dafür, sollten mit dem Zahnarzt entsprechende Massnahmen besprochen werden, damit der angegriffene Zahnschmelz beim Zähneputzen nicht weiter abgerieben wird. Zur Vorbeugung von Erosionen kann man den Mund nach dem Genuss säurehaltiger Lebensmittel mit Wasser, Milch oder einer fluoridhaltigen Lösung spülen oder vor dem Verzehr von Sauren Lebensmittel die Zähne putzen. Für unterwegs sind zahnschonende Kaugummis empfehlenswert: Kauen regt den Speichelfluss an, Speichel verdünnt und neutralisiert die Säure.

Fluorid

Fluoride sind Salze des in der Natur vorkommenden Elements Fluor. Entsprechend kommen sie auch im menschlichen Organismus in kleinen Mengen vor. Durch den direkten Kontakt mit den Zähnen beugen Fluoride Karies wirksam vor:

  • sie erhöhen den Widerstand des Zahnschmelzes gegen Säuren,
  • sie verlangsamen die Entkalkung des Zahnschmelzes, die von den Säuren der Plaque-Bakterien verursacht wird,
  • sie fördern die Wiedereinlagerung von Mineralien aus der Mundflüssigkeit im bereits entkalkten Zahnschmelz, so dass eine beginnende Karies gestoppt werden kann.

Die in Trinkwasser und Nahrungsmitteln vorhandenen Mengen von Fluoriden sind in der Schweiz sehr gering und genügen nicht, um die erwähnte schützende Wirkung zu erreichen. Wir empfehlen deswegen den Gebrauch von fluoridhaltigen Mundhygiene-Produkten und fluoridiertem Speisesalz. 

Täglicher Gebrauch von Fluoridzahnpaste

  • Ab Durchbruch des ersten Milchzahnes die Zähne mit fluoridierter Kinderzahnpaste (0,05% Fluorid) bürsten.
  • Ab Durchbruch des 1. bleibenden Molaren, d.h. grossen Backenzahns (spätestens ab 6 Jahren) die Zähne mit normaler Fluoridzahnpaste (bis 0,15% Fluoridanteil) bürsten.

Wichtig: nach dem Zähnebürsten ausspucken, aber den Mund nicht mit Wasser spülen – somit wird die Wirkungszeit des Fluorides erhöht!

Anwendung von Fluoridgelée mindestens einmal pro Woche

Ab dem 6. Altersjahr empfehlen wir das wöchentliche Zähnebürsten mit einem Fluoridgelée, der 1,25% Fluorid enthält (ca. 10-mal mehr als normale Zahnpaste). Nach der lokalen Anwendung wird der Gelée ausgespuckt, aber der Mund nicht gespült.

Kind

Die Meinung, die Milchzähne könnten vernachlässigt werden, weil sie später ja ohnehin durch das bleibende Gebiss ersetzt würden, ist grundfalsch. Nur ein vollständiges, gesundes Milchzahngebiss erlaubt es dem Kind, zu sprechen, richtig zu kauen und damit alles essen zu können. Zusätzlich ein vorzeitiger Milchzahnverlust führt zu Stellungsfehler und starkem Platzmangel der bleibenden Zähne. In den meisten Fällen ist dann eine kieferorthopädische Behandlung notwendig.

Nach dem letzten durch gebrochenem Milchzahn bleibt der Kindermund ca. für 3.5 Jahre unverändert. Mit ca. 6 Jahren brechen die ersten bleibenden Stockzähne (Molaren) durch.


Gereinigt werden Milchzähne sobald das erste Spitzchen des ersten Milchzahns sichtbar ist. Empfehlenswert ist es vorher schon zu beginnen. Mit eine Kinderzahnpaste (Fluoridgehalt tiefer).

  • Ab dem ersten Zahn: 1mal Täglich
  • Ab dem zweiten Lebensjahr: 2mal Täglich
  • Ab dem dritten Lebensjahr: 3mal Täglich

Wichtig nach jeder Zuckerhaltigen Speise sind die Zähne sowieso zu reinigen.

Kinderzahnpaste enthält weniger Fluorid als die für Erwachsene, da das Risiko gross ist, dass das Kind die Zahnpasta schluckt. Ab 6 Jahre sollt man zu einer Zahnpaste wechseln die mehr Fluorid enthält „Erwachsene Zahnpaste“.

Mundhygiene Produkte

Manuelle Zahnbürsten

Heute wird eine grosse Auswahl an Zahnbürsten angeboten. Weitaus die meisten erfüllen die Anforderungen, die von der Wissenschaft an eine gute Zahnbürste gestellt werden. Dazu zählen:

  • Die Borsten sollen aus Kunststoff bestehen. Naturborsten sind Nährböden für Bakterien und deshalb unhygienisch.
  • Die Borsten müssen an den Enden abgerundet sein, damit Zahn und Zahnfleisch geschont werden.
  • Ein kurzer Bürstenkopf erlaubt es, alle Zähne – auch die hintersten – gründlich zu reinigen.
  • Auch die beste Zahnbürste hält nur ca 4-6 Wochen. Sobald die Borsten gekrümmt sind, ist ein Ersatz fällig.

Die Systematik des Zähnebürstens muss gelernt und geübt werden. Unbedingt zu vermeiden ist das Hin- und Herschrubben, das den Zahnschmelz und vor allem die Zahnhälse schädigt.

Elektrische Zahnbürsten

Moderne Elektrozahnbürsten ermöglichen eine Reinigung, die jener von Hand eher überlegen ist. Allerdings sollte man nicht denken, man müsse für die Zahnreinigung weniger Zeit oder Sorgfalt aufwenden, denn das Ziel ist stets dasselbe: eine möglichst vollständige Entfernung der Plaque. Ganz besonders geeignet sind elektrische Zahnbürsten für Menschen, die mit einer Handzahnbürste kein befriedigendes Resultat erreichen können. Dazu zählen insbesondere Kinder, Betagte und Behinderte.

Ebenfalls ist es deutlich einfacher, mit diesen Bürsten einer Drittperson die Zähne zu reinigen. Besonders geeignet (und bereits für Kinder ab 4 Jahren erhältlich) sind Schallzahnbürsten. Diese Bürsten haben einen reinigenden Effekt über die Zahnborsten hinaus, wodurch auch die Hygiene in oft vernachlässigten Zahnzwischenräumen und in Schlupfwinkeln von Spangen zur Zahnkorrektur deutlich verbessert wird. Es ersetzt jedoch nicht die Zahnzwischenraum Reinigung!

Rotationszahnbürsten

Die oszillierend-rotierende Zahnbürste zeichnet sich durch einen runden rotierenden bzw. oszillierenden Bürstenkopf aus. Das Funktionsprinzip ist einem Zahnpoliturwerkzeug ähnlich.

Die Reinigungsleistung von oszillierend-rotierenden Bürstenköpfen ist nach einer Studie in einem geringen Maße besser als diejenige von Handzahnbürsten.

Schallzahnbürsten

Moderne Schallzahnbürsten bewegen die Borsten mit ca. 30'000 Hin- und Herbewegungen pro Minute. Sie unterstützen die mechanische Reinigungswirkung der Bürstenborsten durch Hydrodynamik. Hydrodynamik bedeutet, dass durch die Kraft (Dynamik) der bewegten Flüssigkeit der bakterielle Biofilm (Zahnbelag) auch an für Borsten unzugänglichen Stellen (z.B. in Zahnzwischenräumen und seichten Zahnfleischtaschen) zerstört und zum Teil abgetragen wird. Dadurch wird die Resistenz der Biofilme gegen chemische Wirkstoffe der Zahnpasten geschwächt und die Pathogenität (Fähigkeit zur Krankheitsauslösung) der Biofilme massiv reduziert. Hydrodynamische Schallzahnbürsten sind deshalb besonders empfohlen für Patienten mit Implantaten, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis, freiliegenden Zahnhälsen, vielen Rekonstruktionen und falscher Zahnputztechnik.

Schwangerschaft

Durch die hormonelle Umstellung im Körper wirkt sich ähnlich aus auf das Zahnfleisch. Es ist während der Schwangerschaft weicher, manchmal sogar geschwollen und blutet schneller. Um das empfindliche Zahnfleisch dann nicht noch mehr zu reizen, vernachlässigen viele Schwangere die regelmäßige und gründliche Zahnpflege. Erst Recht, wenn sie unter starker Übelkeit leiden, da die Zahnbürste dann besonders leicht Würgereize auslösen kann.

Mangelhafte Zahnhygiene über Monate bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Es setzen sich vermehrt Beläge an den Zähnen ab, was zu Karies oder Zahnfleischerkrankungen führen kann und später zu Verlust einzelner Zähne.

Damit der alt Satz „Jedes Kind kostet einen Zahn“ sich nicht bewahrheitet, ist eine Intensive Zahnpflege unerlässlich.

Empfehlenswert ist, gleich zu Beginn der Schwangerschaft die Zähne überprüfen und den Zahnstein entfernen zu lassen. Je nach Problematik der Patientin ist es sinnvoll in der zweiten Schwangerschaftshälfte nochmals zu untersuchen.

Fluoridiertes Kochsalz und fluoridhaltige Zahnpasta sind eine gute Vorsorge gegen Karies in der Schwangerschaft und ebenso in der Stillzeit.

Tabakkonsum/Snus

Tabakkonsum schadet Mund und Zähnen. Wer raucht, hat ein 3.5 Mal höheres Risiko für Mundhöhlenkrebs und ist häufiger von Zahnfleisch- und Zahnbetterkrankungen betroffen als jemand, der nicht raucht. Zudem schädigt Rauchen die Mundschleimhaut, beeinträchtigt den Geschmacksinn und begünstigt die Entstehung von Karies.

Ein Rauchstopp lohnt sich: Die allgemeine Mundgesundheit verbessert sich schnell und erkrankte Stellen können besser verheilen

Snus

Snus ist im Trend. Die Snus-Konsumenten kommen vor allem aus dem Sport – beispielsweise Eishockey oder Skisport. Snus wird als Aufputschmittel konsumiert. Der Verkauf ist in der Schweiz allerdings verboten, weil das Produkt als krebserregend eingestuft wird.

Das Tabaksäckchen wird zwischen Oberlippe und Zahnfleisch geschoben. In gewissen Teams hat es schon einen rituellen Charakter. Aber auch andere Breiten- und Spitzensportler setzen auf den Nikotinkick des Snus. Mehr und mehr wird Snus aber auch einfach im Alltag konsumiert.

Zahnputztechnik

Die Zähne müssen nach jeder Hauptmahlzeit und nach jeder süssen Zwischenmahlzeit gereinigt werden; einmal täglich – am besten abends – besonders gründlich. Am wichtigsten ist die Beherrschung der richtigen Zahnputztechnik.

  1. Innenseite
  2. Kauflächen
  3. Aussenflächen

Ohne Druck und mit einer weichen Zahnbürste.

Ob elektrisch oder manuell mit einer Handzahnbürste ist nicht wichtig. Wichtig ist jedoch, dass die Zähne sauber sind und dass keine Verletzungen von Zahn und Zahnfleisch entstehen.

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